Die Frauen der Diaspora: Von den Pionierinnen zu den Gestalterinnen von morgen
Emanzipation durch Arbeit und Einsatz Es waren nicht nur Männer, die als Erste ins Ausland gingen. Es gab sogar Frauen, die ihre Ehemänner in der Türkei zurückließen, um in Europa zu arbeiten. Von Beginn an waren türkische Frauen durch ihre „Arbeitskraft“ fester Bestandteil des Migrationsprozesses. Sie standen an vorderster Front, arbeiteten Schulter an Schulter mit den Männern, kämpften und brachten Opfer – stets würdevoll und prägend für die Migrationsgeschichte.
Die tragende Säule der Gemeinschaft Als Ehefrauen, Mütter und Berufstätige war die Last der migrantischen Frauen oft um ein Vielfaches schwerer. Selbst in den gegründeten zivilgesellschaftlichen Organisationen und deren Dachverbänden waren es stets die „Frauenabteilungen“, die als wichtigste Triebkraft fungierten. Heute begegnen wir Diaspora-Frauen, die in Wirtschaft, Sport, Kunst, Politik, Wissenschaft und Medien mit ihren Leistungen begeistern und Anerkennung finden. Sie schaffen Mehrwerte – sowohl für ihre Wahlländer als auch für die türkische Gemeinschaft und ihr Herkunftsland, die Türkei. Sie sind es, die Verantwortung übernehmen und die Initiative ergreifen.
Ein Erbe für die Zukunft Dabei haben sie stets die Balance gehalten: Sie führten den Haushalt, zogen neue Generationen heran und dienten gleichzeitig der Gesellschaft. Dieser 65-jährige Einsatz für die Institutionalisierung und die sichere Zukunft unserer Diaspora ist mehr als bewundernswert.
Nun treten wir, die Frauen der Diaspora, gemeinsam in Aktion. Unsere Verantwortung ist groß, unsere Ziele sind ehrgeizig und der Weg ist herausfordernd. Diese Initiative der Kinder und Enkelkinder jener ersten „Gastarbeiter“-Generation ist wie ein Same, den wir in die Erde pflanzen. Mag der Same klein und das erste Wasser unbedeutend erscheinen – doch zweifellos wird daraus ein mächtiger Ahornbaum wachsen. Seine Wurzeln werden sich aus Anatolien und Europa speisen, sein Stamm wird in Deutschland stehen und seine Zweige werden die ganze Welt umspannen.


Union der Frauen in der Diaspora e.V.
Die erste Generation von Frauen musste Verantwortung in einer Gesellschaft übernehmen, deren Sprache und Bräuche ihnen völlig fremd waren. Heute, in der dritten und vierten Generation, sind unsere Frauen voll integriert: Sie beherrschen die Sprache, kennen die Kultur und bekleiden Spitzenpositionen in den anspruchsvollsten Bereichen. Sie sind Politikerinnen, Managerinnen, Juristinnen, Unternehmerinnen, Künstlerinnen und Sportlerinnen. Sie lehren als Professorinnen an Universitäten und sprechen Recht als Richterinnen und Staatsanwältinnen – ihr Erfolg ist in jedem dieser Felder eindrucksvoll belegt.
